Air Berlin: Verdi fordert Transfergesellschaft

Angestellte von Air Berlin sollen nach dem Willen von Verdi in einer Transfergesellschaft weiter beschäftigt werden. Die Gewerkschaft hofft auf Staatshilfen.

Die Gewerkschaft Verdi hat eine Lösung für die Angestellten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin gefordert. Nach ihren Vorstellungen soll eine Transfergesellschaften die Arbeitnehmer weiter beschäftigen, die von den möglichen Käufern nicht übernommen werden. Nach Angaben von Verdi handelt es sich um eine gemeinsame Forderung mit der Geschäftsführung von Air Berlin. Die Fluggesellschaft äußerte sich zunächst nicht dazu. In Transfergesellschaften werden Beschäftigte von insolventen
Unternehmen ein oder zwei Jahre bei der Jobsuche unterstützt und
umgeschult.

“Schon jetzt ist klar, dass ein großer Teil der Beschäftigten keine Anschlussbeschäftigung bei einem der potenziellen Erwerber finden wird”, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle. Wie viele der insgesamt mehr als 8.000 Beschäftigten von Air Berlin ihre Arbeit verlieren, ist derzeit offen. Laut dem Betriebsrat der Airline sorgen sich vor allem die 2.800 Technik- und Verwaltungsmitarbeiter um ihre Jobs.   

Der Bund und die Landesregierung von Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern sollen, so die Forderung, die Transfergesellschaft finanziell unterstützen. In den drei Bundesländern hat Air Berlin seine Standorte. Der Berliner Senat kündigte an, er wolle mit den anderen Ländern darüber sprechen.  Der Bund unterstützt Air Berlin bereits mit einem Überbrückungskredit von 150 Millionen Euro. 

Auch die Gläubiger von Air Berlin müssten aber auch Geld für die Transfergesellschaft geben, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Die bayerische Landesregierung wurde nach eigenen Angaben bisher nicht kontaktiert. Air Berlin werde sich voraussichtlich nichts beteiligen können, hieß es bei Verdi.  

Unterdessen geht das  Bieterrennen um die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin geht in die entscheidende Phase. Die Gläubiger der Airline beraten am Donnerstagnachmittag in Berlin über mögliche neue Eigentümer. Sachwalter Lucas Flöther und der Generalbevollmächtigte des Unternehmens, Frank Kebekus, werden dem Gremium eine Auswertung der Gebote vorlegen und könnten eine Empfehlung zu bevorzugten Kandidaten abgeben. Die Vertreter der Gläubiger könnten eine Vorauswahl treffen. Endgültige Entscheidungen sollen am Montag fallen, wenn der Aufsichtsrat von Air Berlin tagt.

Interesse an Teilen des gut 140 Maschinen starken Flugbetriebs von Air Berlin haben neben der Lufthansa Insidern zufolge der britische Billigflieger EasyJet, die Thomas-Cook-Tochter Condor und die British-Airways-Muttergesellschaft IAG. Auch das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht, der Gründer und Namensgeber der Air-Berlin-Tochter Niki, Niki Lauda, der Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der Ex-Energiemanager Utz Claassen und der chinesische Regionalflughafenbetreiber Link Global Logistics hoben den Finger.